Panzerbuhne mit Blick auf Artlenburg
Der Schleswig-Holsteinische Teil der Alten Salzstraße endet im Süden auf der Panzerbuhne..

Buhnen, also vom Ufer ausgehend rechtwinklig in die Elbe gebaute Wälle, finden sich zuhauf in dem Strom. Diese eine, am ehesten mit einer Buhne vergleichbare Verbauung, die weit in die Elbe hineinragt, unterscheidet sich von den übrigen in ihrer Breite und ihrer zur Straße befestigten Oberfläche. Und das hat seine Bewandtnis.

Mit der der Truman-Doktrin (Eindämmung des Kommunismus) und dem Marshall-Plan (Wiederaufbau Europas) im Jahr 1947 begann der sogenannten Kalte Krieg, in dem sich Ost (die Sowjetunion) und West (die Westmächte unter Vorherrschaft der US-Amerikaner) kriegsbereit gegenüberstanden, ohne dass Waffen zum Einsatz kamen. Um die Kampfbereitschaft im Ernstfall sicherzustellen, fanden regelmäßige militärische Übungen statt. Hier an der Elbe trainierten beispielsweise deutsche und britische Pionierbataillone die Überquerung breiter Gewässer. Um die Uferböschung bei solchen Übungen möglichst wenig zu beschädigen, war eine befestigte Zufahrt geboten.

Mit der friedlichen Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten endete der Kalte Krieg. Ende 2017 – zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen deutschen und britischen Pionieren – bauten hier rund 180 Soldaten letztmalig eine amphibische Schwimmbrücke, die selbst schwerste Panzer mit bis zu 70 Tonnen Gewicht tragen konnte.

Auch in einer weiteren Hinsicht kann dieser Buhne eine besondere Bedeutung zugewiesen werden. Sie weist auf den Ort, von dem aus zum Ende des Zweiten Weltkriegs, am 29. April 1945, britische Truppen in den frühen Morgenstunden im Rahmen der „Operation Enterprise“ die Elbe überquerten und damit den kriegsentscheidenden Vormarsch der westlichen Alliierten nach Schleswig-Holstein initiierten.

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